Direkt zum Hauptbereich

Ich zahle mit EC-Karte - NEIN!!!

"Ich zahle mit EC-Karte" - so hört man es zigfach in Supermärkten, Tankstellen und sogar auch bei kleinen Beträgen in Bäckereien. Und man möchte Ihnen entgegenschreien "Nein, tust du nicht!".
Die "EC-Karte" war eine "Begleiterscheinung" zum Eurocheque, dem Stück Papier, das in den 1950er und -60er Jahren den Siegeszug im bargeldlosen Bezahlen antrat. Überhaupt: Mehr und mehr bargeldlose Lohnzahlungen führten damals zu einem sprunghaften Anstieg privater Girokonten. 1972 wurden in den teilnehmenden Staaten eine gemeinsame Scheckurkunde und eine einheitliche Scheckgarantiekarte eingeführt. Die Karte hatte - wie auch heute - eine begrenzte Gültigkeit, die Schecks hingegen keinerlei "gültig bis"-Aufdruck. Die EC-Karte diente also zunächst dazu, dass man mit Scheck und Karte zwei Legitimationsmittel hatte, um damit (bargeldlos) zu zahlen, weshalb man seinerzeit auch Schecks und Karte stets getrennt aufbewahren sollte (ähnlich wie Fahrzeugschein und -brief beim Auto).
Mit dem Aufkommen von Geldautomaten Ende der 1970er-/Anfang der 1980er-Jahre wurde die Eurocheque-Karte in mehreren Staaten – in Ergänzung ihrer traditionellen Funktion als Garantiekarte für Eurocheques – als deren Bedienungsmedium herangezogen. Gleichfalls wurde in teilnehmenden Staaten daran gedacht, die Eurocheque-Karte auch für den Einsatz an sog. POS-Terminals (Point Of Sale) zuzulassen. Damit wurde die dritte Phase der Entwicklung des Eurocheque-Systems eingeleitet und der erste Schritt zur Abschaffung des Eurocheques getan.
Der Eurocheque und die ihn garantierende EC-Karte waren also das erste instituts- und länderübergreifende Zahlungssystem mit Karte. Sie war anfangs keine Debitkarte (debit = direktes Abbuchen vom Konto), mit ihr konnte nicht bargeldlos bezahlt werden. Sie wies den Inhaber nur als berechtigten Vertreter der Bank bei dem Abschluss eines Garantievertrags zwischen der Bank und dem Schecknehmer aus. 
In Deutschland wurden diese ersten Debitfunktionen „Electronic Cash“ genannt und dafür ein zweites ec-Logo entwickelt, was sich an dem ec-Logo für Eurocheque orientierte. Die Abkürzung „EC-Karte“ hatte so nun zwei Bedeutungen und blieb erhalten. Mit dem allmählichen Rückgang der Eurocheques zugunsten der Electronic-Cash-Funktion kam es mit der Zeit zu einem Bedeutungswandel der Abkürzung „EC-Karte“ von „Eurocheque-Karte“ hin zu „Electronic-Cash-Karte“.
Dieser folgte dann die "Girocard", welches ein gemeinsamer Rahmen der deutschen Kreditwirtschaft für die Debitzahlungs- und Geldautomatensysteme ist. Eine reine Girocard kann nur in Deutschland eingesetzt werden, weshalb die Karten ein sogenanntes Co-Badging mit Maestro (Mastercard) oder V-Pay (Visa) haben können. Erst dadurch ist das Bezahlen außerhalb Deutschlands möglich.
Sowohl MasterCard als auch Visa haben angekündigt, ihre Debitsysteme für die Girocard in naher Zukunft einzustellen. Mit attraktiven Konditionen zu ihrer Einführung haben die beiden Marktführer im internationalen Kreditkartensystem jedoch bereits einige deutsche Bankhäuser davon überzeugen können, ihren Kunden in Zukunft Debitkarten ihrer Hauptmarken auszustellen.
Und deswegen muss auch niemand auf irgendwelches Clickbaiting reinfallen, wenn Bild und Co. reißerisch schlagzeilen "Ende für die EC-Karte - was Bankkunden JETZT wissen müssen". Die Zahlungsdienstleister werden ein gesteigertes Eigeninteresse haben, dass man auch in Zukunft kraftvoll Umsatz (auch im Ausland) machen kann - davon leben die (Nein! Doch! Oooh!).
Also: Man ist folglich im Besitz einer Bank- oder auch Sparkassenkarte bzw. einer Girocard. Über eine Kooperation mit Mastercard oder Visa, lässt sich damit dann auch im Ausland bezahlen. Im Unterschied zur Kreditkarte (mit monatlicher Abrechnung) erfolgen die Abbuchungen jedoch bei der Debitkarte zeitnah. Du bezahlst also einfach "MIT KARTE!!!". LASST DAS "EC" WEG!

 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

ICH VERSTEHE ES EINFACH NICHT!

Nein, sorry. Ich komm' einfach nicht mehr mit. Geht nicht in mein Hirn rein. Besteht dieses Land nur noch aus Menschen, die ihre Denkfabrik gegen ein aufgeweichtes Brötchen getauscht haben und/oder sich wie Friedrich Merz selbst (mit einem geschätzten Vermögen von rund 12 Mio. Euro) zur " gehobenen Mittelschicht " zählen und deswegen mehrheitlich künftige Politik für Wohlhabende wählen? Ehrlich, anders begreife ich das nicht. Gut möglich, dass ich z.B. auf Instagram in einer Bubble stecke, wo man denken könnte, es geht noch vielen anderen so. Aber ganz offenbar spiegelt diese Bubble nicht die Mehrheit der Wahlberechtigten wieder. Denn wie ist sonst solch ein aktuelles Umfrageergebnis möglich? Halten wir uns nochmal ganz kurz an den Fakten fest: Dem Kanzlerkandidaten der Union haftet die Skepsis von Führungskompetenz an, da er noch nie (!) ein Amt mit Regierungserfahrung bekleidete. In den jeweils 16 Jahren Kanzlerschaft von Helmut Kohl und Angela Merkel haben ihn beide ...

Karte? Nein, Danke.

Ich glaube, in kaum einem anderen Land ist Kartenzahlung so wenig akzeptiert und wenn dann so kompliziert wie in Deutschland. Man kennt es: Wer nicht mit einer prall gefüllten Geldbörse durch den Alltag stapft, in welcher die Scheine in allen Abstufungen und ausreichender Anzahl fein säuberlich das Portemonnaie füllen, der wird sich hier und da in einer kritischen Situation befinden: Habe ich genug Geld dabei?  So jüngst passiert, nicht mir, sondern dem Kunden vor mir an der Rewe-Kasse: Er hat seinen gesamten Wocheneinkauf an der Getränkemarkt-Kasse aufgebahrt und der Kassierer wird bei den letzten Artikeln immer zögerlicher. Verwundert tauche ich in das Geschehen ein, von dem ich bislang nur beiläufig Notiz nahm, derweil ich meine Rewe-App startklar machte. " Ja, die Mortadella noch, und eine zweite, und eine dritte, die Pizza auch, ja das Toastbrot kann noch.. ." was zur Hölle? Beim Blick auf den Gesamtbetrag erahne ich dann, er versucht nicht über 70 Euro zu kommen (weil e...

Die 13 "Top"-Geschäftsideen des Donald T.

Jahaaa, es ist mal wieder Zeit für unseren "geliebten" (Nicht-)Tausendsassa. Trump hat mal wieder zugeschlagen - der Geschäftsmann ist aus dem " POTUS " einfach nicht herauszukriegen. Ergänzender Hinweis: Die Unternehmensgruppe "The Trump Organization" engagiert sich eigentlich im Immobiliengeschäft sowie im Betrieb von Luxushotels und Golfanlagen. Kritiker werfen dem US-Präsidenten vor, sein Amt mit geschäftlichen Interessen zu vermengen ( ach was ? Erzähl' was Neues!). Die enge Verzahnung der Trump Organization, die (formell) von Sohn Eric Trump geleitet wird, mit den politischen Aktivitäten des Republikaners schürt ethische Bedenken (da kann man angesichts der unten folgenden Liste nur herzhaft lachen). Trotz dieser hat der Trump-Clan bereits mehrere Geschäfte während Donald Trumps Präsidentschaft bekannt gegeben.  Bild: Collage Man kennt Trump's Bibeln, Münzen und Schuhe  in Selbstbräuner-Gold für sage und schreibe 399 US-$. Doch jüngst ist zu ...