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Weihnachtsmärkte - süßer die Kassen nie klingen

Weihnachtsmarkt... okay. Ich verstehe irgendwie das Konzept nicht so ganz. Draußen ist Winter, es ist kalt. Dann kommt irgendjemand an und sagt zu dir "Komm lass uns nach draußen gehen!". Warum? Na gut... Dann: "Lass uns was essen." - "Ja, okay, was Vernüftiges? Wo?" - "Nein, irgendsoein Schlotz! Im Stehen!" - "Aber dann kann das ja auch nicht viel kosten." - "Quatsch, das ist sauteuer!". Und am gleichen Ort geht man noch "shoppen", meist irgendwas Selbstgemachtes, aus Filz oder eine Holznuss oder keine Ahnung

Quelle: Lo Graf von Blickensdorf

Man könnte jetzt noch ein ganz heißes Eisen anfassen, warum "Weihnachtsmärkte" häufig nicht mehr "Weihnachtsmärkte" genannt werden, sondern z.B. "Winterzauber" oder "Adventsmarkt" oder "Wintermarkt" oder wie-auch-immer. Korrekterweise befindet man sich ja auch aktuell im Advent in der Vorweihnachtszeit. Das Weihnachtsfest ist im Grunde genommen nur am 25. und 26. Dezember, ggf. noch inkl. des "Heiligen Abends" am 24.. Also wäre faktisch jeder Markt, der nicht über die Feiertage geht und schon früher endet, definitiv kein Weihnachtsmarkt. Aber vermutlich wollen viele mit den anderen Namen lediglich auch Menschen mit einbeziehen, die nicht dem christlichen Glauben angehören. Man könnte auch darüber philosophieren, ob Weihnachtsmärkte etwas für Atheisten sind/sein dürfen? Ich meine, Weihnachten - Christen feiern die Geburt Christi. Aber lassen wir das. Häufig kommt dann ja der Einwand, dass das "Fest der Feste" ja eh kaum noch etwas mit dem eigentlichen "Sinn von Weihnachten" etwas zu tun habe und durch und durch kommerzialisiert sei.

Daher zurück zum Thema und nochmal zur Verdeutlichung: Gehst Du heutzutage auf einen Weihnachtsmarkt, z.B. in der letzten Arbeitswoche mit den Kollegen_innen und willst dann eine Runde Glühwein spendieren, dann kann es passieren, dass man die letzten drei Gehaltsnachweise als Sicherheit sehen will. Mit Tassenpfand bist du mitunter munter bei fast zehn Euro pro Person. Und glaub mal nicht, dass du an irgendeiner Bude mit Karte zahlen kannst. Hör mal, wir sind in Deutschland! Kartenzahlung ist seit Corona zwar expotentiell gestiegen in der Akzeptanz, sogar beim Bäcker kannst du dein 4,50-Brot mit Karte zahlen. Aber doch nicht auf dem Weihnachtsmarkt! Es gibt zwar diese tollen mobilen Geräte, die keinerlei Kabel oder irgendwas brauchen, aber die Kosten! Das ist ja praktisch, als würde man mit seinem Nokia 3330 in den 1990ern ins Internet gehen wollen.

In Berlin gibt es einen Weihnachtsmarkt. Also sicherlich mehr als einen, aber bei diesem einen fällt etwas besonders auf: Gleich hinter der Einlasskontrolle liegt auf einer Palette ein großer Herrnhuter Stern. Sein gelbes Licht sorgt für eine wunderbar weihnachtliche Atmosphäre. Die Ernüchterung steht keine fünf Meter dahinter: Ein Geldautomat mit der Aufschrift "Cash". Beide leuchten um die Wette – und verkünden zusammen eine Botschaft: Auf diesem Markt wird Weihnachtsstimmung verkauft. So viel Ehrlichkeit ist selten.

Manche speziellen Weihnachtsmärkte verlangen sogar Eintritt! Weil die Location ganz wat besonderes ist, oder so. Und selbst wenn du nur den in der idyllischen Nähe einer Haltstelle besuchst: Eine kleine Handvoll Schmalzkuchen vier Euro, Tasse Glühwein fünf, Bratwurst sechs Euro, Champignonpfanne sieben, Crepes oder eine Portion Pommes (!) acht Euro, Scheibe Schweinebraten mit Sauerkraut im Brötchen elf Euro. Ja seid ihr denn wahnsinnig? Und ja mir ist schon klar: Mindestlohn ist gestiegen, Energiepreise sowieso, dann noch die Sache mit der GEMA, die dafür sorgt, dass einem heutzutage mancherorts nicht an jeder zweiten Bude "Last Christmas" vorgedudelt wird, weil auch die Gebühren für die Beschallung gestiegen ist. Alles ist teurer geworden, verstehe ich. Aber ist manchen Leuten auch bewusst, dass je teurer etwas wird, desto weniger Menschen können es sich leisten? Und die, die es sich (noch) leisten wollen/können, werden mitunter nicht mehr so viel konsumieren. 

Quelle: Klaus Wilinski

Am Ende des Tages wird es aber so aussehen: Alles jammert über gestiegene Heizkosten, explodierende Strompreise, dass die Lebensmittel so teuer sind, die Miete erhöht... aber an Silvester geben genau diese Leute dreistellige Unsummen für Feuerwerk aus! Genau mein Humor.
Quelle: Extra3

 

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