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"Hocheffiziente" Verbrenner? Warum nicht auch "grüne Atomkraft"?

Kanzler Merz spricht in einem Brief an die EU-Kommission von „hocheffizienten Verbrennern“, um das Verbrenner-Aus aufzuweichen. Doch die Bundesregierung kann nicht erklären, was das ist - ein "hocheffizienter Verbrenner". Auf der Bundespressekonferenz sieht man zunächst ratlose Gesichter auf die Nachfragen und dann reden sich die Sprecher um Kopf und Kragen. Denn genau diese Formulierung der „hocheffizienten Verbrenner“ sorgte sogar innerhalb der Bundesregierung für massive Verwirrung. In der besagten Bundespressekonferenz (BPK) vom 1. Dezember 2025 zeigten die Regierungssprecher des Kanzlers und der Ministerien, dass die genaue Definition der angeblich zukunftsweisenden Motoren mehr als unklar ist.

Ich will es mal vorsichtig so formulieren: Diese "Hocheffizienz" ist ebenso wie die viel zitierte "Technologieoffenheit" Bullshit-Bingo allererster Kajüte! 

Cartoon: Cloud-Science.de
 

Als die Journalisten hartnäckig auf einer technischen Definition beharrten, erklärte Regierungssprecher Kornelius die "hocheffizienten Verbrenner" zunächst zirkulär: „Hocheffiziente Verbrenner sind Verbrenner, die hocheffizient sind.“ - ah ja. Ein unbeliebter Kanzler, ist ein Kanzler der unbeliebt ist. Auch schon gewusst?

Auf die Rückfrage eines Journalisten „Sie müssen uns das hier schon klarmachen, wann ist ein Verbrenner-Motor hocheffizient?“, meldete sich schließlich der Sprecher des Bundesministeriums für Verkehr (BMV), Georg Link, zu Wort: „Ich denke, das werden sie schon rechtzeitig erfahren und es wird definiert werden.“ - hätte man nur im Weißen Haus noch flapsiger beantworten können: "Deine Mudda ist hocheffizient!".

Später versuchte sich Kornelius an einer inhaltlichen Einordnung: „Hocheffizient sind natürlich Verbrenner-Motoren beziehungsweise Antriebstechnologien, die im Sinne der Klimaziele besser sind als das, was jetzt auf dem Markt ist“, und die auf das Klimaziel 2035 einzahlen. Ach so! Also ich mag mich da ja täuschen, aber moderne Elektroautos sind definitiv besser als das, was (seit vielen Jahrzehnten) auf dem Markt ist (Verbrenner). Aber schauen wir uns das Ganze doch einfach mal unemotional und daher wissenschaftlich an und da ich selbst kein Physiker bin, habe ich mir da Hilfe geholt:

Ein Verbrennungsmotor ist eine Wärmekraftmaschine: Er verrichtet Arbeit, indem ein Kraftstoff (z.B. Benzin oder Diesel) verbrannt wird und der führt einem Gas sehr plötzlich sehr viel Wärme zu. Dann steigt nach dem Gesetz von Gay-Lussac der Druck und der bewegt wiederum einen Zylinder. Dann gibt es den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, der besagt nach Kelvin und Planck: Es ist unmöglich, eine periodisch arbeitende Maschine zu konstruieren, die nichts weiter bewirkt, als die Hebung einer Last und die Abkühlung eines Wärmereservoirs. Anders formuliert: Es ist unmöglich, Wärme vollständig in Arbeit umzuwandeln. VOLLSTÄNDIG ist das Zauberwort. Die Maschine muss dabei immer auch Wärme an ein kälteres Reservoir abgeben (Motorkühler), also Abwärme. Oder nochmal anders formuliert: Der Wirkungsgrad jeder Wärmekraftmaschine ist fundamental begrenzt! Und zwar ganz konkret durch den sogenannten Carnot-Wirkungsgrad 1 minus Temperatur des kalten Reservoirs durch Tempratur des heißen Reservoirs. Und zwar nicht, weil unsere Technologie noch nicht raffiniert und entwickelt genug ist, sondern weil die Naturgesetze so sind, wie sie nunmal sind, HIMMEL ARSCH! Vereinfacht ausgedrückt: Einen Verbrennungsmotor mit einer Effizienz von 90% kann und wird es nicht geben - niemals! Der absolute Rekord (aktuell) liegt bei 53% und selbst dieser Wert ist unfassbar schwer zu erreichen. Dafür bräuchte es einen extrem hohen Einspritzdruck (vermutlich ähnlich wie in der Formel 1, aber dann halt für jeden verkackten Fiat Punto), eine optmierte Geometrie der Brennkammer und selbst das alles wurde ganz nebenbei nicht in Deutschland entwickelt, sondern in (Trommelwirbel)... CHINA!

Quelle: Greengear
 

Und das sind auch alles Bedingungen, (Einspritzdruck, Brennkammer), die einen Elektromotor nicht die Bohne interessieren, DA ER SIE NICHT BENÖTIGT! Elektromotoren sind keine Wärmekraftmaschinen. Die juckt der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nicht! Mit einem Verlust von 5 % bei der Energieerzeugung und ca. 23 % von der Ladestation bis zum Rad ist das Elektroauto derzeit die energieeffizienteste Technologie, bei der über 70 % der ursprünglichen Energie noch für den Antrieb des Fahrzeugs zur Verfügung stehen. Und Ingineur_innen sind sich einig, dass das Ende der Fahnenstange beim Elektromotor noch lange nicht erreicht sei (bis zu 99% wären wohl möglich). Aber adiabatische Kreisprozesse sind nun mal "Freiheit" und Leiterspulen und Magnetfelder "woke"!

Erinnert sich noch jemand an Glühlampen? Also diese 100 Watt-Dinger, welche mordsheiß geworden sind, weil im Inneren ein Faden zum Glühen gebracht wurde? Was war der Aufstand groß, als man diese abgeschafft hat. Warum? Weil sie schrecklich ineffizient waren (und weil die damaligen Energiesparlampen so ein fürchterlich "kaltes Licht" produzierten, aber das nur am Rande). Die früheren Glühlampen wandelten gerade einmal 5% der Energie in Licht um. FÜNF! Die anderen 95% in Wärme. Und damit haben wir roundabout 100 Jahre lang unsere Butzen "beleuchtet" (respektive "beheizt")! Um einmal einen vorsichtigen Vergleich anzustreben, den auch der normale Deutsche einigermaßen nachvollziehen könnte: Das wäre in etwa so, wenn man sich ein 1kg Steak kauft, auf den Grill legt und dann bleiben nach dem Grillen gerade einmal 50 Gramm zum Verzehr (=Licht) - der Rest geht in Dampf und Rauch auf (=Wärme). Da wäre die Entrüstung aber groß, oder? Da würde sich der Pöbel aber über "Hocheffizienz" aufregen!

Ich zitiere nochmal den Regierungssprecher: "Hocheffizient sind natürlich Verbrenner-Motoren beziehungsweise Antriebstechnologien, die im Sinne der Klimaziele besser sind als das, was auf jetzt auf dem Markt ist“ - Antriebstechnologien, die im Sinne der Klimaziele besser sind... 

Quelle: TCS

Elektroautos haben eine bis zu siebenfach bessere Effizienz und stoßen KEINERLEI Emissionen aus! WAS ZUM TEUFEL kann denn für das Klima noch besser sein?!? Und selbst wenn wir das einmal außer Acht lassen, so sind sie im Betrieb wirklich hocheffizient, denn sie brauchen für eine Strecke von 100km etwa 20 kWh Strom - das ist vergleichbar, als wenn ein Benziner auf derselben Strecke nur 2 Liter Sprit verbraucht. Oder anders ausgedrückt: Für den Benziner müssten 100kWh Energie für die Produktion von synthetischem Treibstoff aufgewendet werden.

Quelle: TCS

Und sie funktionieren auch noch mit weniger Teilen (Rohstoffe). Wir erinnern uns: Keine Einspritzung, keine Brennkammer und und und. Der Verbrennermotor besteht aus über 1.200 Teilen, der Elektromotor aus unter 200 (kein Ölfilter, keine Zündkerzen, usw.). Aber das eröffnet natürlich der Automobilindustrie auch nicht so viele Möglichkeiten für Reparaturen - wo weniger ist, kann weniger kaputt gehen/verschleißen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. 

Warum sind Elektroautos so viel teurer als Verbrenner? Warum ist es nicht möglich, an eine Ladesäule zu fahren und wie an der Tankstelle auch einfach abzulesen, wie viel eine kWh kostet? Warum braucht es zig Betreiber, Karten, Tarife, Monats-Grundgebühren, Blockiergebühren und wer-weiß-nicht-noch-alles? Man kann so was künstlich kompliziert machen - muss man aber nicht. Erinnert euch mal damals an das Einwegpfand, als jeder Laden bei der Einführung kleine Chips oder Bons für "sein Pfand" rausgegeben hat - da konntest du die leeren Flaschen nur dort abgeben, wo du sie auch (voll) gekauft hattest. Heute undenkbar. 

Ich verstehe die Diskussionskultur heutzutage grundsätzlich nicht mehr... wenn wir das Klima schützen wollen (müssen, weil davon unsere Existenz abhängt), dann muss immer erst ein Konsens gefunden werden - die müssen ins Boot geholt werden und denen darf es nicht weh tun... "Das Verbrenner-Aus würde Millionen von Arbeitsplätzen gefährden!" - da bedarf es keinen Konsens? Ja Herrgottnochmal, dann muss sich dieser Industriezweig mal entdlich bewegen! Der Bergbau wurde auch irgendwann zu Grabe getragen, derweil der Staat Deutsche Kohle zuletzt milliardenfach subventioniert hat. Wenn Banken gerettet werden müssen, weil sie misslich gewirtschaftet haben, braucht es auch keinen "Konsens". Und wenn sich Auotmobilhersteller nicht zukunftsfähig machen, dann braucht es ihn vermutlich auch wieder nicht. Da wird schonungslos unterstützt, bis die Schwarte kracht... wie war das nochmal: Wer nicht mit der Zeit geht, der geht... mit der Zeit.

Was wir brauchen, ist "Wege suchen", nicht "Gründe finden"! 

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