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Ist der Stromausfall in Berlin wirklich "linksextremistisch"?

Für rund 45.000 Berliner Haushalte beginnt das neue Jahr ohne Strom – und damit ohne Licht, Heizung und oft auch ohne Handyempfang (auch Sendemasten benötigen Energie). Im Roman „Blackout“ von Marc Elsberg ist der Stromausfall nach 799 spannenden Seiten vorbei. Und auch bei uns war (glücklicherweise) im Sommer auch einmal für ein paar Stunden der Saft weg. Das zeigte uns, dass ohne Energie mittlerweile wenig läuft: Die Kinder standen sehr zügig bei uns im Garten, weil "das Internet weg war". Schnell kam von den Nachbarn die Frage, ob wir auch betroffen seien. Ja, die ganze Nachbarschaft stand sehr schnell vor der Tür. Der so selbstverständliche Griff zum Lichtschalter (z.B. im Keller) verlief ins Leere bzw. blieb ohne Funktion. Wäsche waschen? Fällt wohl aus. Die Frage der Zubereitung von (einem warmen) Essen, warf plötzlich ein Problem auf: Herd, Mikrowelle, selbst der Wasserkocher für eine 5-Minuten-Terrine - alles benötigt Strom. Bei uns war der Aussetzer im Sommer, tagsüber - wir hätten also theoretisch die Essenszubereitung auch noch auf den Kohlegrill verlegen können oder uns in einiger Entfernung etwas holen/liefern lassen können. Wir haben vorsorglich einfach mal den Speiseeis-Bestand aus dem Tiefkühler dezimiert, aber das war alles auch nach etwa drei, vier Stunden vorbei und insgesamt sehr entspannt. Im Sommer hat man da nicht solche Widrigkeiten - da ließe es sich auch ohne Heizung auskommen. Das größere Problem wäre da - bei einem längeren Ausfall - sicher eher gewesen: Wohin mit allen Vorräten aus Kühl-/Gefrierschrank?

Bild: Pixabay

"Schneechaos" - formerly known as "Winter" 

Nun trifft im tiefsten Winter am 03.01.2026 ein großflächiger Stromausfall den Berliner Südwesten. Wobei ich da auch gerne relativieren möchte. "Tiefster Winter", zumindest kalendarisch. Von den meteorologischen Voraussetzungen, naja... es wurden im Fernsehen schnell wieder die Berichterstattungen vom Winter 1978/1979 hervorgekramt. Da gab es hier im Norden wirklich meterhohen Schnee. Bauernhöfe auf dem Land waren nur noch per Hubschrauber erreichbar und für diesen meist nur erkennbar, wenn sie ein Signalfeuer anzündeten, weil von oben alles gleich (weiß) aussah. Menschen saßen stundenlang in schneeverwehten Autos auf der Autobahn fest, teils auch einfach, weil die Sicht gleich Null war. Minustemperaturen im zweistelligen Bereich. Heute fällt der Begriff "Schneechaos" gerne schon, wenn drei Schneeflocken hochkant auf der Straße liegen. Ja, draußen es ist kalt - herrgott schaut auf den Kalender! Ist das hier Miami Beach? Wohl kaum! Drei Grad Minus und die Bahn hat schon wieder Probleme mit dem Wetter. Wie auch immer - wo waren wir? Ach ja. Die Reparaturarbeiten in Berlin werden sich wohl auch noch eine Zeit lang hinziehen (geschätzt eine knappe Woche). Sehr schnell wurde hier wieder der Ruf "DA MUSS DIE POLITIK DOCH WAS UNTERNEHMEN!" laut. 

Wir erinnern uns nochmal: 2016 riet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) dazu auf, sich für den Ernstfall vorzubereiten bzw. zu bevorraten (2025 hatte ich dazu ebenfalls einen Beitrag geschrieben). 2024 dasselbe und im Frühjahr 2025 gab es diese Empfehlung sogar seitens der EU. Im vergangenen Oktober warnt das BBK erstmals seit 35 Jahren vor der Gefahr eines Krieges in Deutschland und rief (erneut) zur Vorsorge auf. 

Und nun sind doch wieder etliche ganz überrascht und rufen in der Notsituation, wie ein Vierjähriger nach der Mutter, nach dem Staat, der sich sonst ja eigentlich doch bitte so oft zurückhalten und nicht so viel in das Privatleben der Bürger_innen einmischen soll... außer halt in Notlagen ("Dusch' mich, aber mach mich nicht nass!"). Na ja. Auch Sängerin Sarah Connor ist betroffen (also, vom Stromausfall) und meldet sich aus einem Hotel mit einer Frage an die Politik: "Ich finde es ganz schön krass und frage mich, ob wir in so einer großen Stadt nicht besser darauf vorbereitet sein können". Da fällt mir der alte "Dalli Dalli"-Klassiker ein "In 'ner Großstadt doch nicht!". Spaß beiseite. S. Connor fährt fort: "Für uns ist es kein Problem, wir können ins Hotel gehen und haben es heute Abend warm. Aber wie machen das andere Leute (ärmere? Frage der Redaktion) und was macht ihr dagegen? Liebe Politiker, wie helft ihr denn da jetzt?".

Eigentlich wurde verhältnismäßig zügig Hilfe organisiert: Der Verein "visitBerlin Partnerhotels" stellt Betroffenen Zimmer ab 70 Euro pro Doppelzimmer inklusive Frühstück und damit zum Selbstkostenpreis bereit. Mehr als 200 Hotels beteiligen sich an der Aktion. Mit dem Buchungscode „Stromausfall“ können Zimmerrabatte genutzt werden. Das Land Berlin erstattet nach Vorlage der Belege zudem die Kosten und verzichtet auf die City-Tax. Neben Hotelunterkünften öffnen auch Bürgerämter, Kirchen und Sportvereine, bieten Notunterkünfte mit Schlafplätzen, Verpflegung und Warmwasser. Die Bundeswehr unterstützt bei der Versorgung in Suppenküchen. 

Ursache für dieses Großereignis ist (offenbar) ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke. Zumindest hatte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) am Sonntag (04.01.2026) von Terrorismus gesprochen. Für den Stromausfall seien "offenkundig Linksextremisten" verantwortlich. Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben der "Vulkangruppe" sei "authentisch", hieß es in der Berliner Innenverwaltung. Nach Einschätzung der Bundesregierung ist jedoch noch nicht sicher, wer wirklich hinter dem mutmaßlichen Anschlag auf das Berliner Stromnetz steckt. Eine linksextremistische Motivation sei "naheliegend", aber die Ermittlungen liefen noch, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. "Die Authentizität des Bekennerschreibens ist bislang aus unserer Sicht nicht abschließend geklärt." Darum kümmere sich das Bundesamt für Verfassungsschutz. Wir erinnern uns noch an die Nordstream-Sabotage in der Ostsee? Hier lag der Verdacht zunächst sehr schnell beim "irren Iwan", die aktuellen Ermittlungen laufen jedoch gegen sieben Ukrainer. Was wir aber auch (noch) nicht wissen, ist, ob diese ggf. doch von Russland angestiftet/bezahlt worden sein könnten.

Kleine Ursache, große Wirkung - Bild: Collage - Quellen: Tagesspiegel, B.Z.

Wer sind die Vulkangruppen? 

"Vulkangruppen" sollen seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf wichtige Punkte der öffentlichen Infrastruktur begangen haben, wie das Bundesamt für Verfassungsschutz schreibt. Mehrfach sei es dadurch "zum Ausfall von Strom und Telekommunikation sowie zu Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr" gekommen. Obwohl die Gruppen schon lange aktiv sind und große Schäden anrichten, wissen die Verfassungsschutzbehörden und die Polizei wenig über sie. Der Berliner Verfassungsschutz ordnet sie dem gewaltorientierten, anarchistischen Spektrum der linksextremistischen Szene zu. Die Texte der Bekennerschreiben würden sich in Aufbau, Stil und inhaltlichen Aussagen so ähneln, dass man von einem (teil-)identischen Autorenkreis ausgehe. Auch ein Strategiepapier aus dem Jahr 2015 deute auf eine feste Struktur hin. Zugleich gesteht der Verfassungsschutz jedoch auch ein: "Personenpotenzial in Berlin: nicht bekannt".

In Bekennerschreiben würden meist wechselnde Namen, die sich auf isländische Vulkane wie Grimsvötn, Katla oder Ok beziehen, verwendet. Hintergrund sei vermutlich der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull 2010, der den Flugverkehr in Europa wochenlang störte. Als Ziel wählten die "Vulkangruppen" meist Kabelschächte an Bahnlinien, Funkmasten, Datenleitungen und Firmenfahrzeuge. Die Sabotageakte sollten die Verwundbarkeit der Mobilitäts- und Kommunikationsinfrastruktur aufzeigen, die öffentliche Ordnung stören und großen Sachschaden anrichten, so der Verfassungsschutz. Die genaue Zahl der Anschläge der "Vulkangruppen" ist ebenfalls nicht bekannt. 2024 hieß es, den Sicherheitsbehörden seien bislang elf strafbare Tatkomplexe bekannt, zu denen sich die Gruppen seit 2011 bekannt hätten. Am 23. Mai 2011 brannte eine Kabelbrücke am Berliner Bahnhof Ostkreuz. Es kam zu großen Störungen im Bahnverkehr. In einem Bekennerschreiben benannten sich die Täter nach dem isländischen Vulkan: "Das Grollen des Eyjafjallajökull". Im März 2018 verübte laut Bekennerschreiben eine "Vulkangruppe" in Berlin-Charlottenburg einen Brandanschlag auf Starkstromleitungen. Etwa 6.500 Wohnungen und 400 Firmen waren stundenlang ohne Strom. Der Sachschaden ging in die Millionen. 

2021 stehen die "Vulkangruppen" zumindest im Verdacht, einen Brandanschlag auf die Stromversorgung der Tesla-Baustelle verübt zu haben. Am 5. März 2024 soll eine entsprechende Gruppe dafür verantwortlich sein, Feuer an einen großen Strommast gelegt zu haben, der auch für die Versorgung der Tesla-Fabrik nötig war. Die Produktion wurde durch die Sabotage tagelang gestoppt. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen wegen Terrorismusverdacht. Auch am 1. Mai 2025 bekannte sich eine Gruppe zu einem Brandanschlag an einem Trafohäuschen und einer Funkmastanlage in Berlin-Dahlem. Die Polizei hielt den Bekennertext für echt. In dem Schreiben hieß es: "Villenviertel lahmlegen. (...) Wir können uns diese Reichen nicht mehr leisten.". Ob weitere Brandanschläge etwa im Februar 2025 auf einen Kabelschacht der Bahn mit Bezug zu Tesla oder der Anschlag aus September 2025 auch im Zusammenhang mit den "Vulkangruppen" stehen, ist (derzeit) unklar. Ähnlichkeiten gibt es aber wohl: Das Bekennerschreiben im September war unterschrieben mit: "Einige Anarchist:innen".

Dass es den Südwesten Berlins trifft, passt also in gewisser Weise ins Schema: Die wohlhabendsten Berliner Bezirke sind traditionell Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Mitte, welche die meisten Einkommensmillionäre sowie die höchsten Immobilienpreise aufweisen; insbesondere Zehlendorf gilt als gutbürgerlich mit vielen Villen. Der Stromausfall betrifft auch den Wohnort von Journalistin Franca Lehfeldt. Auf Instagram kritisiert Christian Lindners Ehefrau, worin die Infrastruktur-Milliarden in Berlin investiert werden sollen und spricht auch vom "Versagens der Berliner Landesregierung". Wegners Eindruck als Krisenmanager wirkt fatal - kostet ihn das die diesjährige Wahl zum Abgeordnetenhaus? Anderes Thema...

Bezirke ohne Strom (rot gefärbt) - Quelle: Wikipedia

Das Bild scheint nahezu perfekt gemalt: Linksextremisten sorgen für kalte und dunkle Villen der Reichen. Doch jetzt kommt ein großes.... 

ABER...

...ist das alles wirklich so einfach? Oder steckt da vielleicht ein viel gerissenerer Plan dahinter? Ein Post auf "X" sorgt beispielsweise für Verwirrung: Demnach soll eine KI-Analyse belegen, dass das Bekennerschreiben im Original aus Russland kommen soll - zumindest sei eine Rückübersetzung ins Russische wesentlich flüssiger, als das doch etwas holprige Deutsch. Das lässt zwei Vermutungen zu: Entweder kann der Linksextremismus kein vernünftiges Deutsch oder er lässt es sich diktieren. Blicken wir doch einmal zurück ins Jahr 2024: In der "kleinen Anfrage" Nr. 19/19161 vom 21.05.2024 stellt die AfD Fragen über Spannungs- und Stromversorgungsschwankungen in Berlin, fokussiert auf den Berliner Süden. Konkret:

  • Welche Alternativen existieren auf Mittelspannungsebene?
  • Was für automatische Sicherheitsabschaltungen gibt es bei Spannungsschwankungen?
  • Wie lange dauert die Wiederherstellung der Versorgung nach autom. Abschaltung?
  • Können andere Kraftwerke die Versorgung sicherstellen/Schwankungen abfangen? 

Tja, ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Dass das Herz der AfD nicht nur für Deutschland, sondern durchaus auch für Russland schlägt, ist nicht wirklich etwas Neues. Mehrere (führende) AfD-Politiker haben in der Vergangenheit unumwunden ihre Sympathie für Putin ausgedrückt. Das führte auch dazu, dass diverse Quellen den Verdacht hegen, die AfD spioniere für Russland - ja mehr noch: Die AfD sei ein "trojanisches Pferd des Kreml".

Und es wird noch verworrener: Nach dem zweiten Bekennerschreiben der vermeintlichen „Vulkangruppe“ tauchte nun auf der linken Onlineplattform Indymedia ein weiteres Schreiben einer angeblichen „Vulkan“-Ursprungsgruppe auf, die sich von der Aktion im Berliner Stadtteil Lichterfelde distanziert. In einem anderen Bericht weist eine "Vulkangruppe" den "Russenverdacht" zurück: In einem Statement, das am Dienstag auf dem linksautonomen Portal "knack.news" veröffentlicht wurde, erklären die mutmaßlichen Verfasser, dass Vermutungen über eine angebliche verdeckte Operation eines fremden Staates aus ihrer Sicht unbegründet seien.

Fragen wir uns doch mal: Wer würde von der Destabilisierung der Gesellschaft profitieren? Von einem möglichen/potentiellen Versagen der Landesregierung der Hauptstadt? Hmm... Es sind durchaus gewisse Fragezeichen zu klären. Warum zum Beispiel tauchte das Bekennerschreiben dieses Mal zuerst in Massenmedien auf und nicht, wie sonst üblich für linke Kreise, zunächst bei Indymedia? Warum war es verhältnismäßig lange (jahrelang) ruhig und die beschuldigte Gruppe? Und warum taucht halt eben 2024 diese Nachfrage nach kritischer Infrastruktur auf und sehr kurze Zeit später passieren Angriffe auf exakt dort genannte Objekte? Fragen über Fragen.

Passiert das nun öfter? 

Sven Hüber, Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei, erklärt in einem Interview, warum verheerende Brandanschläge wie der auf das Berliner Stromnetz in Zukunft vermehrt auftreten können: "Das sind Angriffe auf unsere Art zu leben, auf die freie und moderne Gesellschaft. Wir erleben eine Welle solcher Angriffe auf die kritische Infrastruktur. Anschläge von unterschiedlichen Akteuren auf die kritische Infrastruktur freier Gesellschaften sind zu einer Art Modeerscheinung geworden. Viele Akteure kopieren das Muster, das Putin im Ukraine-Krieg verfolgt. Moderne Gesellschaften können ohne Energie nicht leben. Sicherlich können hier politische Aktivisten am Werk sein. Allerdings können die immer auch angestiftet worden sein von Russland.". Was also tun? Auch NRW-Innenminister Reul (CDU) sagt, "Wir können nicht an jeden Strommasten einen Polizisten hinstellen.". Anderswo hofft man schlicht "bei einem möglichen Anschlag auf geringere Folgen".

Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, betonte, angesprochen auf das aufgetauchte Bekennerschreiben, dass die Ermittlungen jetzt in alle Richtungen geführt werden müssten. „Selbst wenn es die Vulkangruppe war, werden natürlich auch Verbindungen (nach Russland) geprüft. Wir haben einen Feind in Europa, der hat einen Krieg angezettelt und der hat ein großes Interesse daran, stabile Demokratien zu gefährden. Und wenn man eine Gesellschaft destabilisieren möchte, dann geht man auf die Stromversorgung.“.

Die Angst vor einem großflächigen Stromausfall ist in den letzten Jahren gestiegen. Dazu tragen Schlagzeilen über Blackouts in Spanien, Portugal oder auch – aufgrund von politisch motivierten Anschlägen – in Berlin bei. Der Fall Berlin könnte theoretisch das bleiben, was bei der Marine „Schuss vor den Bug“ heißt – eine letzte Warnung vor dem Volltreffer. Was ist beispielsweise, wenn eine einzige Gruppe nicht nur 45.000 Haushalten Strom und Heizung raubt, sondern zehn oder zwanzig Gruppen gleichzeitig handeln? Zur Vorbeugung gehört aber auch, selbst mehr als nur eine Suppendose im Schrank zu haben. Sich vorzubereiten – sich zu „preppen“ – darf nicht bloß eine Sache skurriler Gruppen sein. Was dazu nötig ist, steht auf den Internetseiten der zuständigen Behörden

Ratgeber des BBK
 

Hier lediglich eine kurze Übersicht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit*): 

Vorbereitung auf einen Stromausfall

  • Taschenlampen bereithalten: Am besten batteriebetriebene LED-Lampen (geringer Verbrauch/hohe Helligkeit) oder eine Stirnlampe (Hände frei) griffbereit in jedem Stockwerk (mind. zwei pro Haushalt). 
  • Kerzen sind eine mögliche Alternative, bedingt auch als Wärmequelle, bergen aber Brandgefahr (nur in stabilen Haltern oder Gläsern verwenden). Auch an Feuerschutz denken (Feuerlöscher, Rauchmelder, Löschdecken, etc.).
  • Batterien (verschiedene Größen ausreichend bevorraten – Verfallsdatum beachten) und Powerbanks laden, damit Handy und Taschenlampe einsatzbereit bleiben. Welche Powerbank-Größe ist sinnvoll? Mit 20.000 mAh Batterie-Kapazität lässt sich ein Smartphone in etwa vier bis acht Mal aufladen.
  • Notfall-Apps: NINA und KATWARN herunterladen und Offline-Funktionen aktivieren.
  • Radio mit Kurbel/Batterie/Solar: So bleibt man auch ohne Internet und Fernsehen über die Lage und Notfallmeldungen informiert.
  • Getränke und Vorräte: Wasser und haltbare Lebensmittel (s.u.) wenigstens für ein paar Tage im Haus haben. Kühl-/Gefrierschranktüren geschlossen halten, damit die Kälte länger drinnen bleibt (es empfiehlt sich, Listen mit dem Inhalt außen an der Tür anzubringen).
  • Campingkocher mit Gaskartuschen: einfach zu bedienen, sauber und sicher – Vorrat an Kartuschen anlegen. 
  • Brennstoffe zum Heizen: ausreichend Vorrat an Gas, Öl, Holz(-pellets) oder Kohle anlegen, ebenso an Benzin/Diesel für das Auto denken (Tankstellenpumpen benötigen auch Strom) – gesetzliche Limits beachten.
  • Medizin und wichtige Dokumente: Benötigte Medikamente, Erste-Hilfe-Set und gegebenenfalls wichtige Unterlagen griffbereit halten: Ausweise, Versicherungen, etc. in wasserdichter Hülle oder Kopien davon (alternativ in sicherer Cloud hochladen)
  • Bargeld: Münzen und Scheine in kleiner Stückelung bevorraten, falls Kartenzahlung nicht funktioniert.
Richtige Vorräte für Stromausfall oder Blackout

Für einen längeren Stromausfall oder Blackout muss man nicht hamstern, sondern gezielt die richtigen Dinge in ausreichender Menge lagern. Das BBK empfiehlt einen Vorrat für möglichst 10 Tage, besser zwei Wochen, mindestens jedoch 3 Tage.
  • Wasser: 2 Liter pro Person und Tag einplanen, also 20 Liter pro Person für 10 Tage – in verschlossenen Flaschen (Glas i.d.R. besser als Kunststoff) oder Kanistern lagern. Wassereimer: zum Spülen und für die Körperhygiene.
  • Lebensmittel: Nahrhafte Produkte mit langer Haltbarkeit, die möglichst ohne Kühlung aufbewahrt und ohne Kochen verzehrt werden können (Babybedarf und Tierfutter nicht vergessen).
  • Hygieneartikel: Seife, Zahnpasta, Toilettenpapier und Damenhygieneartikel, Müllbeutel und Einweggeschirr (spart Abwasch/Wasser), evt. Campingtoilette. Feuchttücher für die Körperpflege ohne fließendes Wasser.
  • Medikamente: Persönlich benötigte Dauermedikation plus Erste-Hilfe-Ausstattung mit Verbandsmaterial und allg. (Anti-)Schmerzmitteln, Desinfektionsmittel für Wunden und Hände, Fieberthermometer (batteriebetrieben oder digital).

 Verhalten während des Stromausfalls

  • Ruhe bewahren: Zuerst prüfen, ob nur die eigene Wohnung betroffen ist – Sicherungen und FI-Schalter kontrollieren.
  • Nachbarn kontaktieren: Wenn auch andere Haushalte betroffen sind, liegt es meist an einer größeren Störung. In Krisenlagen ist soziale Vernetzung hilfreich.
  • Stromnetz entlasten: Stromverbraucher wie Herd, Waschmaschine oder Heizlüfter oder sonstige zuletzt aktive Geräte (TV, Computer, Ladekabel, u.ä.) ausschalten od. ausstecken, damit beim Wiederanschalten keine Netzüberlastung entsteht oder auch Geräte keinen Schaden nehmen.
  • Heizung und Wasser prüfen: Viele Heizungen (auch Öl und Gas) funktionieren nur mit Strom. Decken und warme Kleidung bereithalten. Wasser kommt nicht "von allein" in den dritten Stock - solange noch welches aus der Leitung kommt, vorsorglich Badewanne oder Eimer füllen.
  • Informationen einholen: Über Handy, Radio oder die Internetseite des Netzbetreibers prüfen, ob es eine Störungsmeldung gibt – sofern das Netz noch funktioniert.
  • Notruf nur im Ernstfall: Die 110 und 112 nur wählen, wenn tatsächlich Gefahr für Leib und Leben besteht. Polizei und Feuerwehr sind keine "Auskunftei".
  • Menschen unterstützen: Ältere, kranke oder alleinlebende Nachbarn fragen, ob sie Hilfe benötigen.
  • Vorsicht bei Kerzen und Grills: Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen. Kohle- oder Gasgrills auf keinen Fall in geschlossenen Räumen verwenden – Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid!
*Was für jede/n Einzelnen praktikabel und sinnvoll ist, muss jede/r selbst entscheiden. Dies hier können nur allgemeine Ratschläge und Empfehlungen sein. 

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