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Die USA entwickeln sich zu einer Art russischem Nordkorea

Alter, ich kann das alles nicht mehr ertragen, was da über den großen Teich vom "Commander-in-sleep" rausgehauen wird. Ich weiß nicht mal richtig, mit was ich anfangen soll. Fangen wir vielleicht einfach mit dem Absurdesten an: Anlässlich des 250. Geburtstages der USA soll es eine Banknote geben... mit 250 Dollar Wert... okay, kann man machen. ABER MIT TRUMP'S KONTERFEI DRAUF? Also kurz zum Hintergrund: Es ist ein wenig wie bei Straßen: Damit eine nach dir benannt werden kann, bedarf es eines klitzekleinen Details: DU MUSST TOT SEIN! Bist du am Leben, keine Straße mit deinem Namen. Das hatte man sich z.B. hierzulande überlegt, nachdem ein erfolgloser Postkartenmaler aus Österreich in seinem Größenwahn den halben Kontinent in den Abgrund riss und es praktisch in jeder Stadt eine nach ihm benannte Straße oder Allee zu geben hatte. 

Bild KI-generiert - Quelle: Business Punk

Bei den Geldscheinen der USA ist das ähnlich. Konkret ist der Grund 160 Jahre alt und geht auf einen Fall von Beamteneitelkeit zurück. Seit 1866 verbietet ein Bundesgesetz – der sogenannte Thayer-Zusatz – Porträts lebender Personen auf US-Währung, Anleihen und Wertpapieren. Erlaubt sind nur Verstorbene. Die Vorgeschichte ist zu bezeichnend, um sie auszulassen. Der Kongress hatte seinerzeit eine Fünf-Cent-Note bewilligt, die einen gewissen „Clark“ ehren sollte – gemeint war der Entdecker William Clark. Ein Treasury-Beamter namens Spencer Clark deutete den Gesetzestext großzügig zu seinen Gunsten und ließ kurzerhand sein eigenes Konterfei auf die Note drucken. Der öffentliche Aufschrei mündete in genau jenes Verbot, das Trump heute im Weg steht. Würde es fallen, wäre Trump der erste lebende Mensch auf US-Währung seit eben jenem Jahr 1866.

Aktuell gibt es Stückelungen von ein (George Washington), zwei (Thomas Jefferson), fünf (Abraham Lincoln), zehn (Alexander Hamilton), zwanzig (Andrew Jackson), fünfzig (Ulysses S Grant) und einhundert Dollar (Benjamin Franklin). Alles verdiente Präsidenten und viele kennen ihre Verdienste. Und ein Donald Trump möchte sie natürlich alle (Achtung, Mega-Wortwitz) überTRUMPfen! *Harr* *Harr* Ich meine, gut, wie könnte man eine einzige Tankfüllung Benzin in den USA besser bezahlen, als mit einer Banknote, die den Kopf des Mannes trägt, der für die hohen Preise verantwortlich ist. Insofern...

Aber es kommt noch besser: Statt der traditionellen Unterschriften von Finanzminister und Treasurer prangt auf dem Schein Trumps eigene Signatur. Berichten zufolge soll diese künftig auf sämtlichem neu gedruckten Geld erscheinen. Die Währung einer 250 Jahre alten Demokratie, signiert wie ein Autogramm. By the way: Was ist das eigentlich für eine Unterschrift? Der mutmaßlich zweite Teil sieht länger aus, als der erste! Donald Trump - das sind insgesamt elf Buchstaben! Es scheint als füge er irgendwelche weirden Sonderzeichen wie beim WiFi-Passwort hinzu. Bei der Unterschrift eines Dekrets merkt er selbst an, wie toll er unterschrieben hat und fragt nach hinten "Glaubt ihr Biden hätte das hinbekommen?". Und alle klatschen artig. Großartig! Der Donald aus der Mäusegruppe, kann jetzt schon ganz toll seinen Namen schreiben. MEINE FRESSE!

Screenshot "The Daily Show"

Was zunächst nach einem Gerücht aus den Tiefen der Washingtoner Bürokratie klang, hat Finanzminister Scott Bessent Ende Mai 2026 im Presseraum des Weißen Hauses höchstselbst beglaubigt. Er hielt ein Blatt Papier in die Kameras, darauf ein Entwurf der 250-Dollar-Note: ein Trump-Porträt nach offizieller Präsidentenvorlage, eingefasst in die Farben der amerikanischen Flagge. „Ich glaube nicht, dass etwas Anstößiges daran ist, den Präsidenten der Vereinigten Staaten – die Person, die zum 250. Jahrestag Präsident war – auf der Note abzubilden“, sagte Bessent.

Finanzminister Scott Bessent mit dem Entwurf des Geldscheins - Quelle: AP Images

Weiteres Projekt: Trumps Gesicht soll am Mount Rushmore verewigt werden. Kein Witz. Der 1.745 Meter hohe Berg in den Black Hills in South Dakota ist eine viel besuchte nationale Gedenkstätte, weil in den Felsen die überlebensgroßen Gesichter von vier US-Präsidenten gehauen sind: George Washington (Vater der Nation), Thomas Jefferson (Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung), Theodore Roosevelt sowie Abraham Lincoln (Führer durch den Bürgerkrieg, der die Sklaverei beendete) – und bald auch Donald Trump, der laut Selbstdefinition beste aller Präsidenten. Das klingt wie ein schlechter Aprilscherz, ist es aber (leider) nicht.

Bild KI-generiert - Quelle: Kronen-Zeitung

Dass Trump nationale Wahrzeichen vollkommen egal sind, haben wir ja bereits beim Teilabriss des Weißen Hauses gesehen, als der historische "East Wing" seinem vollkommen irrwitzigen Plan eines Ballsaals weichen musste. Ich denke, wenn er könnte, würde er das Ding im Grunde komplett dem Erdboden gleichmachen und einen seiner üblichen Wolkenkratzer darauf setzen.

Apropos Wolkenkratzer. Etwas was Trump auch liebt sind Schautafeln. Wir erinnern uns noch an diese ominöse mit den Zöllen? Jetzt ist eine weitere aufgetaucht. Hier wird die Größe des Lincoln Memorial Reflecting Pool im Vergleich zu Wolkenkratzern dargestellt. Die Trump-Regierung hat in den vergangenen Monaten alles daran gesetzt, die Gegend rund um den Regierungssitz herauszuputzen. Der berühmte Lincoln Memorial Reflecting Pool bekommt eine neue Farbe, Statuen und Springbrunnen werden erneuert. Wie die "Washington Post" berichtet, kommt das Geld dafür aus einem Topf, der eigentlich für alle Nationalparks in den USA gedacht ist - doch die haben gerade das Nachsehen.

Die Zeitung hat nach eigenen Angaben interne Behördendokumente einsehen können und dabei die Umleitung der 90 Millionen Dollar aus den Töpfen der Nationalparks entdeckt. Beim restlichen Parksystem der Nation - also außerhalb der Hauptstadt - klaffe dagegen eine Lücke von 24 Milliarden Dollar, die für dringend benötigte Infrastrukturreparaturen und -verbesserungen gebraucht werden. "So war das nicht gedacht", zitiert die Post Ed Stierli von der National Parks Conservation Association. "Es sollte nicht alles in einem Park auf Kosten des gesamten nationalen Parksystems geschehen.".

 

Trump liebt Schautafeln - Quelle: MSN

Aber nochmal zu dem Vergleich: Er wirft hier die Länge eines Pools (etwa 619 Meter lang und 51 Meter breit), der zwischen 46 und 76 cm tief ist, in denselben Topf mit den Größen, also Höhen von Bauwerken. Äpfel und Birnen, schon mal gehört, Donald? Mir fällt nicht einmal ein ähnlich trotteliger Vergleich zur Veranschaulichung ein, so hohl ist das! Damit der Pool auch richtig schön blau daherstrahlt, wurde der Boden mit einer speziellen Folie beschichtet. Kurz nach dem Befüllen, schlägt das Wasser um - Algen. Der schöne Reflecting Pool sah aus, als hätte man ihn mit Mountain Dew befüllt. Also kippt der Amerikaner haufenweise Chlor hinein, was dazu führt, dass er in der Mitte immer noch grün ist, denn es ist ja ein stehendes Gewässer und umrühren hielt man nicht für nötig. Dann löst sich (vermutlich durch die Hinzugabe des Chlors) die besagte Beschichtung.... Kannst du dir nicht ausdenken!

Auch soll in Washington bald ein Triumphbogen entstehen, welcher den wohl bekanntesten in Paris größentechnisch in den Schatten stellen soll. Und intern ist bereits vom "Arc de Trump" die Rede.

Nehmt dem Jungen doch mal die Bauklötze weg - Quelle: Tagesschau

Und was es nicht noch abseits von alledem gibt: (Gedenk-)Münzen, sein Meme-Coin bzw. eigene Krypto-Währung und der ganze Merchan-Scheiß an Kappen, Kleidung und Co.. Trump hat wie kein anderer US-Präsident zuvor aus allem Erdenklichen Kapital geschlagen. „Forbes“ geht bei Trump von einem Gesamtvermögen von 6,5 Milliarden US-Dollar (rund 5,8  Milliarden Euro, Stand März 2026) aus. Gleichzeitig zeigen die Daten des Mediums auch, wie groß die Schwankungen beim Besitz des Ex-Präsidenten sind. Für 2023 gibt es noch ein Vermögen von 2,5 Milliarden Dollar, für März 2024 lag die Schätzung dann bei 6,4 Milliarden. Es wird geschätzt, dass er auf liquide Mittel von allein rund 350 Millionen Dollar zurückgreifen kann.

Da verwundert es auch nicht, dass man mehr über solch merkwürdige Projekte von ihm hört, anstatt dass irgendein politisches Thema beackert oder abgeräumt wird. Die horrenden Preise in den Griff bekommen? Ach was. Die Kriege in der Ukraine, dem Gaza-Streifen oder im Iran in den Griff bekommen? Überbewertet! Es hat den Anschein, als gäbe es jeden verdammten Tag ein neues Projekt mit ihm im Fokus. Muss ich mir das so vorstellen, dass er morgens aufwacht, im Weißen Haus die Treppe runterkommt und sagt: "Okay, ich habe eine großartige Idee. Wie wäre es, wenn wir einen Laser benutzen, um ein Bild von mir auf den Mond zu brennen!?". Dieser Narzismuss kennt einfach keinerlei Grenzen!

 

 

 

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