Manch eine/r mag es noch nicht mitbekommen haben, daher hier nochmal die Info: Elon Musk ist der erste Billionär der Welt! GLÜCKWUNSCH!
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| Der fleischgewordene Rich Uncle Milburn Pennybags - Bild: Collage |
Kleiner Hinweis: Im Englischen werden die Begriffe "billion" und "trllion" oft verwechselt bzw. anders gebraucht. Im US-amerikanischen und modernen britischen Sprachgebrauch bedeutet das Wort "billion" eine deutsche Milliarde. Wenn also im Englischen von einem "billionaire" gesprochen wird, ist damit im Deutschen ein Milliardär gemeint. Eine deutsche Billion heißt im Englischen korrekterweise "trillion".
Aber Elon Musk ist nun also der erste (nach "deutschem Sprachverständnis") Billionär der Menschheit. Der Aufstieg über die historische Schwelle kam durch den Börsengang von SpaceX. Das Wirtschaftsmagazin Forbes hatte Musks Vermögen nach dem Handelsstart zunächst auf rund 1,1 Billionen Dollar taxiert. Später stieg es zeitweise noch deutlich weiter, als SpaceX-Aktien nach dem Debüt kräftig zulegten. Zwischenzeitlich ist Musk nach Berechnungen von Forbes auch schon wieder kein Billionär mehr. Sein Vermögen fiel demnach auf geschätzt 962 Milliarden Dollar *damned*. Auslöser sind vor allem der Kursrückgang bei SpaceX und neue Beschränkungen für Tesla-Aktien im Wert von 116 Milliarden Dollar. Aber zwei Punkte bleiben: Musk bleibt trotz Rückgang/Verlust der mit Abstand reichste Mensch der Welt. Und der Fall zeigt: Extremvermögen ist sehr oft kein Bargeld, sondern Aktienwert und damit sehr marktabhängig. Das ist auch der Grund warum man heute noch Millionär (auf dem Papier) sein kann, morgen aber ein Fall für die Privatinsolvenz. Anderes Thema...
However. Was ist eine Billion überhaupt? Es ist eine unfassbar große Zahl. Sind das so etwas wie 100 Millionen? 1.000 Millionen? Oder sind es 100 Milliarden? Mitnichten! Es sind eine Million Millionen. Das ist es, was eine Billion ist: Eine Million mal eine Million Dollar. Elon Musk hat sich sozusagen eine Million Mal auf den Stuhl von Günther Jauch gesetzt und alle 15 Fragen (erfolgreich) durchgespielt - eine Million Mal. Das klingt schon ziemlich absurd. Und dabei gibt es von der deutschen Ausgabe "Wer wird Millionär" (WWM) gerade einmal etwas über 1.700 Folgen in Summe seit Sendestart 1999. Streng genommen hätte Elon M. also roundabout 800 Jahre vor Christi Geburt anfangen müssen WWM zu spielen... jeden Tag... bis heute (1 Million Tage entsprechen ungefähr 2.738 Jahren)!
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| Vergleiche mit (anderen) Reichen - Grafik: Focus |
Was sich vielleicht manche fragen: Ist Elon Musk eigentlich auch reicher als Dagobert Duck? Um es kurz zu machen: Nein! Nach den Berechnungen des Disney-Autors Don Rosa beträgt Dagoberts Vermögen legendäre 5 Fantastilliarden (eine 1 mit 30 Nullen) und 333 Kreuzer. Da eine Fantastilliarde real nicht existiert und den Rahmen menschlicher Vorstellungen sprengt, schwimmt Dagobert Duck in seinem sprichwörtlichen Goldmünzen-Geld, während Musks Vermögen hauptsächlich an Aktienwerte (z.B. Tesla, SpaceX) gebunden ist.
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| Illustration: NZZ.ch |
Um die Unterschiede nochmal zu verdeutlichen:
- Eine Million: 1.000.000 = 10 hoch 6 (eine Eins mit 6 Nullen)
- Eine Milliarde: 1.000.000.000 = 10 hoch 9 (eine Eins mit 9 Nullen)
- Eine Billion: 1.000.000.000.000 = 10 hoch 12 (eine Eins mit 12 Nullen)
Eine Billion entspricht 1.000.000 (einer Million) Millionen. Es ist so fucking unfassbar. Und vor Kurzem, es muss ein Freitag gewesen sein, soll er bummelig 250 Milliarden Dollar "verdient" haben, an einem Tag – also 250.000 Millionen Dollar. Es klingt irgendwie besser, "greifbarer", wenn man es so sagt, oder? 250.000 Millionen Dollar. Um bei der o.g. Liste zu bleiben: Das ist das gesamte Vermögen von Mr. Amazon, Jeff Bezos. Das hat Musk an einem Freitagvormittag gemacht. Man könnte auch sagen: Kein schlechter Arbeitstag im Büro.
Wie viel sind denn nun wieder 250.000 Millionen? Es ist genug Geld, um die extreme Armut weltweit vollständig zu beseitigen... okay, "nur" für ein Jahr. Die Beseitigung extremer globaler Armut erfordert laut Schätzungen der Vereinten Nationen und der Weltbank zusätzliche jährliche Investitionen von 135 bis 300 Milliarden US-Dollar. Diese Summe würde ausreichen, um allen rund 700 Millionen Menschen weltweit ein Grundeinkommen oberhalb der extremen Armutsgrenze (definiert als < 2,15 US-$ pro Tag) zu sichern. Aber der Punkt ist: Wenn Musk heute 250.000 Millionen Dollar verschenken würde (!), wäre er immer noch genauso reich wie an dem Freitagmorgen (!!) und auch noch der immer noch mit Abstand reichste Mensch des Planeten (!!!). Und ja, ich weiß, man wird kein Billionär, indem man sein Geld verschenkt, AAABER…Jeder Mensch benötigt doch im Grunde nur eine gewisse Summe Geld/Reichtum. Die einen etwas mehr, die anderen weniger. Aber ab einem gewissen Punkt wird es einfach nur absurd bis abartig - völlig irrational. Stellen wir uns vor, wir bewerben uns bei "Wer wird Millionär", wir schaffen es nach Dutzenden von Bewerbungen in die Vorauswahl, kommen sogar in den erlauchten Kreis derjenigen, die in dem Halbrund sitzen dürfen, der "heiße Stuhl" ist zum Greifen nah, wir beantworten die Qualifikationsfrage am schnellsten (richtig) und zocken uns mit Glück und/oder Wissen durch die 15 Fragen und gewinnen... eine Million Euro. Wenn du heute ein Eigenheim kaufen willst, bis du ja schnell - je nach Lage, Größe, Ausstattung - mit einer halben Mio. dabei, gern auch mehr. Dann noch Nebenkosten, Einrichtung. Schwupps ist die Mio auch schon (fast) "Geschichte" - ja, du hast investiert und das Meiste ist immer noch da, nur anders. Aber auf dem Bankkonto bist du jedoch kein Millionär mehr.
Und jetzt stellt euch nur für einen kleinen Moment vor, ihr habt nicht nur eine Million oder mehrere, sondern Milliarden und Abermilliarden und wacht jeden einzelnen Morgen auf und denkt NICHT: „Wie kann ich helfen?“. Wie könnte man NICHT auf sein Bankkonto schauen und denken: „Ich werde heute versuchen, die Welt zu retten.“. Oder "Ich kaufe mir vielleicht ein paar wirklich schöne Häuser, einen oder zehn Lamborghini und noch eine sinnlose Yacht – und danach versuche ich "nebenbei", Krebs zu heilen und einen seltenen Leoparden vor dem Aussterben zu bewahren.", um nur mal ein subtiles Beispiel herauszupicken. Wie könnte man das nicht tun? Es würde ja vermutlich nicht einmal "schmerzen"!
Nicht: „Wie kann ich noch mehr Geld verdienen?“. Nicht: „Wie kann ich das System zu meinen Gunsten verändern?“. Nicht: „Wie überzeuge ich arme Menschen davon, dass meine Steuern schlecht für die Wirtschaft sind?“. Nicht: „Wie viel Wut und Empörung kann ich heute erzeugen?“, „Wie sehr kann ich heute die Linken provozieren?“ oder „Wie kann ich mehr Aluminium-Schrottpanzer verkaufen?“.
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| Panne bei der Präsentation des (hässlichen) Cybertrucks - Quelle: Stern |
Hollywood brachte Mitte der 1980er den Film "Zum Teufel mit den Kohlen" mit Richard Pryor heraus. Story: Monty Brewster ist ein alternder, erfolgloser Baseballspieler. Als sein Onkel stirbt, soll Brewster 300 Millionen US-Dollar erben. Das Testament wurde mit der Klausel versehen, dass Brewster in einem Monat 30 Millionen Dollar ausgeben muss, bevor er den Rest des Geldes bekommt - also jeden Tag eine Million! Sein Onkel wollte ihn das Geldausgeben hassen lernen. Dabei darf er nach 30 Tagen nicht mehr besitzen als jetzt und muss den Hintergrund des Geldausgebens vor seiner Umgebung verheimlichen. Er darf keine Kunstwerke kaufen und dann zerstören und höchstens jeweils 5 % der Summe karitativen Zwecken zuführen oder verspielen. Stellen wir uns das mal vor, wir müssten jeden Tag "nur" eine Million ausgeben. Irre!
Vielleicht hilft ja ein Blick in die (stark verkürzte) Biographie: Musk wurde 1971 in Pretoria in Südafrika zur Zeit der Rassentrennung geboren und wuchs überwiegend im Ballungsraum Pretoria-Johannesburg auf. Durch geschäftlichen Erfolg seines Vaters war die Familie wohlhabend. Ab dem Alter von elf Jahren erlernte Musk die Programmierung von Heimcomputern, später die von Personal Computern. Er entwickelte drei Videospiele – darunter den Shooter Blastar –, deren Quelltext in Computerzeitschriften veröffentlicht wurde. Während seiner Schulzeit erlebte Musk verschiedene Formen von Gewalt. Er wurde Zeuge eines Mordes und ein traumatisches Ereignis sei gewesen, dass eine Gruppe Jugendlicher ihn eine Treppe hinuntergeworfen und bis zur Bewusstlosigkeit krankenhausreif verprügelt habe. Eine Gesetzesänderung im Jahr 1988 ermöglichte es Musk, der seit seiner Kindheit eine Auswanderung in die USA anstrebte, die kanadische Staatsbürgerschaft seiner Mutter anzunehmen. Kurz vor seinem 17. Geburtstag beantragten sein Bruder und er kanadische Pässe. Mit 4000 Dollar von seinen Eltern ausgestattet flog Musk nach Kanada, wo er zunächst bei Verwandten in der Nähe von Vancouver unterkam und Gelegenheitsjobs nachging. 1992 wechselte Musk an die University of Pennsylvania in Philadelphia im Osten der USA, wo er bis 1995 blieb und jeweils einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und Physik erwarb. Das Studium in Philadelphia finanzierte er zunächst mit einem Stipendium über 14.000 Dollar, dann auch mit einem Studienkredit. Zudem betrieb er mit einem Kommilitonen einen unlizenzierten Nachtclub, der Wochenendpartys veranstaltete. Das Lokal war stets gut besucht, sodass pro Abend bis zu 2.500 Dollar an Schwarzgeld zusammenkamen.
Im November 1995 gründete Musk mit seinem Bruder sein erstes Internetunternehmen, den Webverzeichnis-Dienstleister Global Link mit Sitz in Palo Alto. Diese Tätigkeit als Unternehmer in den USA war illegal, da Musk damals nur ein Studentenvisum besaß. In der aufkommenden New Economy setzte Musk mehrmals auf später erfolgreiche Innovationen. Dies und sein Geschick beim Einwerben von Wagniskapital machten ihn innerhalb von sechs Jahren zum 176-fachen Millionär. Den Großteil dieses Vermögens investierte er in den frühen 2000er Jahren in die Gründung des Raumfahrtunternehmens SpaceX und eine Mehrheitsbeteiligung an dem Elektroautohersteller Tesla. Im Jahr 2022 erwarb Musk etwa 80 % der Anteile an dem Microblogging-Dienst Twitter (2023 umbenannt in X) und übernahm damit die Kontrolle über das Unternehmen. Vom Sommer 2024 bis zum Frühjahr 2025 unterstützte Musk Donald Trump. Seit dem Herbst 2024 engagiert er sich auch für rechtspopulistische und rechtsextreme Bewegungen in Europa. Nach Trumps zweiter Amtseinführung als US-Präsident übernahm er anscheinend für vier Monate die Leitung der neu eingerichteten Organisation "Department of Government Efficiency" (DOGE) der US-Regierung.
Musk war dreimal verheiratet. Er hat mindestens vierzehn Kinder. Einschließlich zweier Leihmütter haben diese vierzehn Kinder sechs verschiedene leibliche und vier genetische Mütter. Er hat aktuell knapp zwei Handvoll Unternehmungen am Start. Das Leben könnte es schlechter mit einem meinen. Sein hohes Vermögen, seine Medienmacht auf der Plattform X – im Dezember 2024 folgten ihm dort 210 Millionen Benutzerkonten – und die weltweit marktbeherrschende Stellung seines Satelliteninternet-Netzwerks Starlink befähigen Musk, hohen politischen Einfluss auszuüben.
Was stimmt nicht mit ihm? Ist das ein Witz? Vor zehn Jahren verkündete Elon Musk noch, dass wir alle Elektroautos auf dem Mars haben würden. Zehn Jahre später prahlt er damit, dass man mit "Grok" eigene KI-Kinderpornografie erstellen könne, während er gleichzeitig offen rechtsextreme Parteien in Europa unterstützt, einschließlich der AfD, die Deutschland so nahe an die Nazis gebracht hat wie keine andere Partei, nun ja, seit den Nazis - also dem Original.
Musk bemühte sich seit 2024 darum, die britische Regierung Starmer zu destabilisieren (mit Erfolg), sagt, Großbritannien sei ein „tyrannischer Polizeistaat“. Der Mann bezahlt die Anwaltskosten von Tommy Robinson, ein britischer islamfeindlicher Aktivist welcher in Großbritannien zu den bekanntesten rechtsextremen Akteuren zählt, und er spricht auch auf dessen Veranstaltungen. Letztes Jahr schlug Musk vor, die USA sollten die Briten von ihrer „tyrannischen Regierung“ befreien. Er forderte, der König (Charles) solle das Parlament einberufen bzw. auflösen – der reichste Mann der Welt ruft einen nicht gewählten Monarchen dazu auf, um nicht weniger als einen Staatsstreich zu starten.
Er ist objektiv einer der bekanntesten Verbreiter von Desinformation, falschen Erzählungen, Verschwörungstheorien und offensichtlichen Lügen, die absichtlich soziale Unruhen anheizen. Zum Beispiel, als er ein Bild twitterte, das angeblich Migranten zeigte, die ein Krankenhaus in Birmingham stürmen – und es stellte sich heraus, dass es ein Standbild aus einem Batman-Film war.
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| Quelle: Instagram |
Macht es dich zum größten Arschloch der Welt, wenn du der reichste Mensch der Welt bist?
Oder macht es dich zum reichsten Mann der Welt, wenn du das größte Arschloch der Welt bist?
Musks Vermögen übersteigt inzwischen das der ärmsten 3,8 Milliarden Menschen der Welt zusammen. Das sind 46 % der Weltbevölkerung. Also EIN Mensch hat genauso viel Geld, wie rund die Hälfte der gesamten Weltbevölkerung.
Ich bin kein besonders religiöser Mensch, aber wenn ich mir Elon Musk anschaue, hoffe ich, dass ich mit meinem Glauben richtig liege und es einen Himmel und eine Hölle gibt. Und ich frage mich, ob er eines Tages erkennen wird, dass kein Kontostand – egal wie beeindruckend – dir einen Platz im Himmel garantieren kann, wenn du daran glaubst, oder dich vor der ewigen Bedeutungslosigkeit schützt, wenn du nicht daran glaubst. Das letzte Hemd hat nunmal keine Taschen.
Wenn wir das Glück haben, lange genug zu leben, sind wir alle dazu bestimmt, irgendwann auf unser Leben zurückzublicken und eine Mischung aus Reue und Dankbarkeit zu empfinden. Wir werden nicht daran gemessen, was wir angehäuft, sondern was wir erreicht, bewirkt, hinterlassen haben.
Ich frage mich, ob Musk, wenn der Tod in vermutlich vielen Jahren näherkommt, genug Menschlichkeit besitzt, um das wahre Grauen der Folgen all der guten Entscheidungen zu erkennen, die er hätte treffen können, aber nicht getroffen hat. Und ob er fähig sein wird, das lähmende Bedauern zu fühlen, dass er stattdessen zugelassen hat, dass sein Reichtum Diktatoren unterstützt, Lügen verstärkt, rechtsextreme Rassisten finanziert, zum Sturz demokratisch gewählter Regierungen aufruft, bei der Zerstörung unserer Natur hilft und unsägliche Ungleichheit und Leid bei Menschen verursacht, denen er hätte helfen können ... und sollen!
Auf seinem Sterbebett würde ich mein gesamtes Geld gegen seines wetten, dass Musks Gotteskomplex plötzlich verschwinden wird und all die Stimmen, die einst riefen: „Musk ist der Mann.“, „Der Mann, der sagt, wie es ist.“, „Der Selfmade-Mann, der die Welt zum Besseren verändert hat.“ - all diese Stimmen werden verstummen. Und die einzige Stimme, die übrig bleibt, wird der Klang der Geschichte selbst sein, die in ihr Notizbuch schreibt: „Hier liegt der schlimmste Mensch, der jemals existiert hat.“. Amen!
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