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Ein Loblied auf die Generation X

Alles redet ständig über die "Gen Z", über Millennials (Gen Y) und über Boomer. Doch über eine Generation wird relativ wenig bzw. selten geredet. Die Generation X. Zur Einordnung...

Quelle: Reddit

Die ersten Worte der Generation Alpha (die ab 2013 Geborenen) sind nicht "Mama" oder "Papa" gewesen, sondern "Hey Siri!". "Alexa" hätten sie sehr lange für eine unsichtbare große Schwester halten können. Es ist die erste Generation, die komplett im 21. Jahrhundert aufwächst. Für sie sind künstliche Intelligenz, virtuelle Realität und vernetzte Geräte völlig selbstverständlich. Ihre Spielzeuge sind smart, ihre Spiele interaktiv und ihre Klassenzimmer teilweise virtuell. Vermutlich träumen sie sogar im Binärcode.

Generation Z (geboren zwischen 1997 und 2012) wächst praktisch mit einem Smartphone in der Hand auf und WLAN hält sie für ein Grundrecht. Diese Generation hat mehr Memes gesehen und erstellt, als alle anderen. Sie drücken sich zumeist besser in Emojis aus, als in ganzen Sätzen. Social Media ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern fester Teil des Alltags. Ein Wählscheibentelefon oder ein Klapphandy betrachten sie dermaßen verstört, wie ein altes Relikt der Steinzeit. Sie sind in einer Welt der Touchscreens, Sprachassistenten und permanenter Internetverbindung aufgewachsen.

(Baby-)Boomer sind die Generation, welche nach dem zweiten Weltkrieg geboren wurde, zwischen 1946 und 1964. Soldaten kehrten heim und plötzlich passierte etwas, was in der Art seinesgleichen sucht: Eine unfassbare Welle an Geburten. Es kommen so viele Kinder zur Welt, wie nie zuvor in der Geschichte. Sie wachsen in einer Zeit des Optimismus auf. Die Wirtschaft boom, Häuser werden (auf-)gebaut, der Mittelstand entsteht. Zum ersten mal können sich normale Arbeiterfamilien ein Haus, ein Auto und einen Urlaub leisten. Boomer zeichnen sich in ihren jungen Jahren durch den Glauben aus, die Welt verändern zu können. Doch irgendwann ist genau diese Generation, die nie zum Establishment gehören wollte, das Establishment: Man kauft Immobilien und profitiert von steigenden Aktienkursen. Die Ironie dabei: Boomer gingen in jungen Jahren für Veränderung auf die Straße: Sie demonstrierten gegen Kriege, kämpften für Bürgerrechte und trieben die Frauenbewegung voran. Heute gelten sie aber oft als größtes Hindernis für eben solche Veränderungen der heutigen Zeit.

Millennials bzw. die "Generation Y" sind die erste Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, aber auch noch weiß, wie es sich ohne anfühlt. Sie erleben, geboren zwischen 1981 und 1996 eine Kindheit mit Musik-Kassetten und Gameboy und ein Erwachsenenleben, das von Smartphones, Social Media und einer permanenten digitalen Erreichbarkeit dominiert wird. Was diese Generation ganz besonders prägt, ist ein unfassbar schlechtes Timing. Sie tritt genau da in das Berufsleben ein, wo die Finanzkrise die Wirtschaft im Würgegriff hält: 2008. Viele haben jahrelang studiert, Schulden angehäuft und standen dann vor verschlossenen Türen. 

Die verschiedenen Generationen im Überblick - Quelle: Wikipedia

 Übrigens: Das Spiel mit den Generationen bzw. ihrer Eigenarten hat Peachyonthegram zur Kunstform erhoben - absolut sehenswert. 

Zwischen Eltern und ihren Kindern liegt meist eine komplette Generation. Meine Eltern gehörten der "stummen Generation" an. Meine Kinder sind "Gen Z", die Kinder meiner Geschwister sind überwiegend Millennials und deren Kinder wiederum meist der Generaration Alpha zugehörig. Alpha sind also die derzeitigen Kinder, GenZ meist noch Teenager. Millennials können heute "Teilzeit-Erwachsene in Jogginghosen" sein, weil die Generation X die "Premium-Erachsenen" sind - geboren zwischen 1965 und 1980. Sicher, Millennials haben Jobs, auch Kinder, mit viel Glück sogar Versicherungen. Aber wenn wirklich mal die Kacke am dampfen ist, wen ruft ihr dann? Nein, nicht die Ghostbusters (auch wieder etwas, was in erster Linie nur Gen X verstehen kann). Millennials sind Erwachsene mit ChatGPT, Generation X sind Erwachsene mit Erfahrungswerten! Nehmen wir einfach mal an, das Internet bricht irgendwann komplett zusammen, sind alle jenseits des Jahrgangs 1990 am Arsch! Gen X kann noch mühelos eine (Straßen-)Karte lesen oder etwas in einem Lexikon nachschlagen.

Gen X macht auch normal überhaupt keine große Welle um sich selbst, vermutlich weil sie auch gar keine Zeit dazu hat: (Noch) Um die Kinder und (schon) um die Eltern kümmern, Haus(halt) und Arbeit bewältigen, während man noch ein oder zwei Ehrenämter inne hat und ganz nebenbei vielleicht auch noch in einer eigenen Sinnkrise (Burn-Out, Midlife-Crisis, o.ä.) stecken bzw. mit den ersten Zipperlein des eigenen Körpers klarkommen: Das Knie schmerzt, die Augen werden schlechter, die Haare grau. Gen X hält den Laden trotzdem im Hintergrund am laufen. Man spricht oft auch von der "vergessenen Generation" - eingezwängt zwischen den lauten Baby-Boomern und den allgegenwärtigen Millennials, wird Gen X so oft übersehen, dass sie sich irgendwann offenbar einfach damit abgefunden hat. Sind die Generation Z "Digital Natives", zeigen die "X-ler" Anpassungsfähigkeit als "Digital Immigrants". Die Generation X ist also in vielerlei Hinsicht "die Generation dazwischen". Sie wächst in einer Zeit auf, die sich in einem gewaltigen Umbruch befindet: Der kalte Krieg ist noch nicht vorbei, eigentlich phasenweise auf seinem Höhepunkt, ohne dass es die meisten mitbekommen. Die Bedrohung durch einen Atomkrieg allgegenwärtig. MTV verändert die Musikwelt so radikal, wie kaum etwas Anderes zuvor. X-ler haben noch Twix als Raider gekannt, „Bandsalat“ an Kompaktmusikkassetten repariert, mit Wählscheibentelefonen telefoniert, Bonanza-Räder gefahren und vor dem Fernseher gesessen, um die Lieblingsserie zu schauen... zu festen Sendezeiten.

Man spricht auch von den sogenannten "Latchkey Kids" bzw. den "Schlüsselkindern" - mit einem (Haus-)Schlüssel am Halsband kommen Sie nach der Schule nach Hause, versorgen sich selbst, weil beide Eltern arbeiten (müssen/wollen/können), kümmern sich eigenständig um (Haus-)Aufgaben oder jüngere Geschwister. Es gibt keine Helikopter-Mütter (oder -Väter), ebensowenig wie komplett durchgetaktete Nachmittage mit Schwimmkurs, Geigenunterricht und Therapie-Sprechstunde, alles binnen vier Stunden. Ein Smartphone? Wo denkst du hin? Wenn man weg war, war man weg und unerreichbar. Man lebte im Hier und Jetzt und meistens draußen. Nach Hause kam man, wenn die Laternen angingen. "Hausarrast" war im Gegensatz für die heutigen Kids eine echte Strafe (vergleichbar heute höchstens mit WLAN-Entzug bzw. wenn man das geänderte Passwort nur im Gegenzug der Erledigung der Hausarbeit bekommt).

Schlüsselkind - Foto: Moira Jurt

Freiheit, Eigenverantwortung und die Fähigkeit, Probleme selbst zu lösen, Prinzip "try and error". Die Gen X zeichnet eine Unabhängigkeit aus, die keine andere Generation besitzt. Sie sind die allerersten, die verstehen, dass Arbeit allein eben kein erfülltes Leben bedeutet. Während ihre Eltern noch wahrlich für den Job lebten, erfinden sie die Work-Life-Balance und sind damit ihrer Zeit weit voraus. Sie treten in den Arbeitsmarkt ein, als die Wirtschaft schwächelte, kämpften sich jedoch durch und gründeten dabei auch noch einige der heute noch bedeutendsten Unternehmen. Bill Gates, Steve Jobs und Jeff Bezos - allesamt Generation X, sogar Schul- oder Studienabbrecher, welche die Welt schlicht neu definiert haben.

Generation X ist aufgewachsen zwischen Bleistift und Bluetooth. Sie ist auch als "Generation Golf" bekannt, welches der Titel eines im Jahr 2000 erschienenen Buches von Florian Illies ist, das die aus seiner Sicht typischen Merkmale der (bundes-)deutschen Jugend der 1980er Jahre skizziert. Er benennt die von ihm betrachtete Generation nach dem VW Golf, der als typisches Fahrzeug der Zeit die Generation prägte. Nach dem Erscheinen des Buches wurde die Generation Golf, die zeitlich und hinsichtlich ihrer Charakterisierung nicht präzise gegenüber der Generation X abgegrenzt wird, in Deutschland zu einem Schlagwort, um eine bestimmte Gruppe und ihre Einstellungen zu beschreiben. Er schreibt über Popkultur, Retro-Trends, Nostalgie und Infantilität und analysiert, wie aus den Teenagern der 1980er die Erwachsenen der 1990er werden. 

Illies’ Fazit: Im Gegensatz zur Generation X möchte die Generation Golf nicht mit den ökologischen Folgen des Wirtschaftsbooms kämpfen, sondern den Wohlstand, den ihre Elterngeneration erarbeitet hat, lediglich genießen. Sie verkörpere eine mehrheitlich unkritische, nur nach Konsum strebende „Ego-Gesellschaft“, agiere unpolitisch und sei die erste Generation, die Mode-Orientierung, Hedonismus und Markenbewusstsein zu einem Wert erhebe. In einem Satz: „Wir sind mit Golf, Playmobil, Wetten, dass…?, Ikea und Cappuccino groß geworden – und haben gelernt, dass man ein gutes Leben haben kann, ohne gleich die Welt retten zu müssen.“. Genau hier liegt der Unterschied: „Generation Golf“ ist gewissermaßen die deutsche, etwas wohlstandsverwöhnte Variante der allgemeinen Generation X.

Buch über die Generation Golf

Ein paar Zahlen, Daten, Fakten:

  • Die Generation X umfasst rund 16,5 Millionen Menschen und bildet die größte Altersgruppe am deutschen Arbeitsmarkt. Fast 90 % der Gen X sind erwerbstätig.
  • Fast 70 % der Gen X möchten langfristig bei ihrem aktuellen Arbeitgeber bleiben; 55 % können sich sogar vorstellen, bis zur Rente dort zu arbeiten. Das macht die Generation X noch vor den Babyboomern (44 %) zu den loyalsten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Deutschlands.
  • Fernsehen bleibt das liebste Medium – 83 % der Gen X sieht regelmäßig fern. Diese Altersgruppe liest zudem als letzte Generation noch regelmäßig Printmedien in nennenswertem Umfang.
  • WhatsApp ist nahezu unverzichtbar – rund 86 % der Gen X nutzen den Messenger. Facebook bleibt in dieser Generation sehr beliebt (ca. 57 % nutzen es), ebenso YouTube (etwa 59 %). Jüngere Plattformen erreichen deutlich geringere Anteile: Nur 36 % der Gen X sind auf Instagram, nur etwa 15 % auf TikTok aktiv.
  • Als wichtigste Lebensaspekte nennen 56 % eine glückliche Beziehung, 46 % ein ehrliches und respektables Leben, 44 % Sicherheit und Schutz, 34 % soziale Gerechtigkeit und 34 % eine gute Zeit haben.

Geprägt sind die Kinder dieser Zeit eher durch Wirtschaftskrisen, aber auch durch den erarbeiteten Wohlstand der Elterngeneration, die Teil der Babyboomergeneration waren. Die Bezeichnung Generation X stammt übrigens von dem Fotografen Robert Cappa, der in den 50er Jahren eine Reportage über die Jugend nach dem Zweiten Weltkrieg veröffentlichte. Dieser Begriff wurde danach immer wieder von den verschiedensten Medien aufgegriffen, bis der gleichnamige Roman von Douglas Coupland ihn endgültig populär machte. Nach Einschätzung des Autors, ist für jene Generation charakteristisch, dass ihr prophezeit wurde, dass sie sich erstmals ohne Kriegseinwirkung mit weniger Wohlstand und ökonomischer Sicherheit begnügen müsse als die Elterngenerationen, aber andererseits für deren ökonomische und ökologische Sünden zu büßen habe. Ursprünglich sollte der Begriff "Generation X" andeuten, dass sich diese Generation (bislang) erfolgreich der Benennungswut von Werbeindustrie und journalistischem Gewerbe entzogen habe.

Charakteristisch für diese Kohorte ist ein gesteigertes Konsumverhalten und ein hohes Markenbewusstsein, woher sich auch der besagte Name „Generation Golf“ ableiten lässt. Statussymbole nehmen einen großen Stellenwert ein. Technische Errungenschaften, wie der Fernseher als Massenunterhaltungs-Medium und Kommunikationsmittel wie das Telefon sowie der PC, hielten in dieser Generation flächendeckend Einzug. Im Gegensatz zu den Babyboomern erlebten sie den kompletten Wandel von analog zu digital aktiv mit, was mitunter viele vor große Herausforderungen stellt. Dadurch verbrachte ein Großteil dieser Generation auch ihre Freizeit mit der neugewonnenen Technik, während die Angehörigen der Babyboomer-Generation, insbesondere die Eltern, berufstätig waren. Das war ebenfalls der Ursprung des heute oft kritisierten Konsumverhaltens und führt zu einem teilweisen Verlust des Ehrgeizes, den die Babyboomer zuvor entwickelt hatten, wodurch sich langfristig Generationenkonflikte ergaben.

Wichtige Werte der "X-ler" im Berufsleben sind die finanzielle Sicherheit und das berufliche Vorankommen, mit der großen Motivation, etwas im Leben zu erreichen. Dieses Streben ist vor allem dadurch begründet, dass dieser Jahrgang trotz des Wirtschaftswunders insbesondere durch die damalige Rezession und Ölkrise geprägt wurde. Das Merkmal trifft branchenübergreifend auf, ob die Arbeitnehmer_innen im Ingenieurwesen oder im Maschinenbau, als Elektriker_innen oder im Stahlbau tätig sind, spielt dabei keine Rolle. Die Generation X hat ein hohes Bildungsniveau und arbeitet in gut bezahlten Jobs, um sich ein materiell abgesichertes Leben leisten zu können. Das steht vor dem Verlangen nach beruflicher Erfüllung. Anders als die Babyboomer sehen die X-ler die Arbeit eher als Mittel zum Zweck. Es wird pragmatisch gedacht. Berufs- und Privatleben werden in dieser Generation strikt getrennt.

Grafik: Collage

Was zeichnet die Generation X aus?

  • Loyalität und Treue: Die Generation X ist tendenziell loyal und treu gegenüber einem Arbeitgeber. Das sind vielleicht etwas angestaubte Werte. Dennoch wechseln Mitarbeitende dieser Generation weniger häufig den Arbeitsplatz bzw. den Arbeitgeber und begleiten diesen häufiger durch schwierige Zeiten und auch mal über steinige Wege.
  • Geben und Nehmen: Mitarbeitende dieser Generation sind eher bereit, eine Extrameile zu gehen, wenn das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen stimmt. Dabei kennen sie es noch, 40 Stunden an 5 Tagen zu arbeiten, und nehmen auch das Telefon mal ab, wenn der Chef um 18 Uhr anruft. Phänomene wie "Quiet Quitting" sind für sie eher neu.
  • Anpassungsfähig und technologieaffin: Die Generation X ist in einer Zeit aufgewachsen, in der technologische Veränderungen und soziale Umwälzungen stattgefunden haben. Sie sind vielleicht manchmal etwas langsamer mit Veränderungen als die jüngeren Generationen, haben aber bereits mehrfach kontinuierliche Anpassungsfähigkeit bewiesen. X-ler sind analog-digitale Brückenbauer. Denn: Obwohl sie nicht mit Technologie aufgewachsen sind – wie die nachfolgende Generation Y oder Z – haben viele Mitglieder der Generation X eine hohe Affinität zur Technologie entwickelt. Sie nutzen gerne digitale Tools und Kommunikationsmittel, um ihre Arbeit effizienter zu gestalten. 
  • Kommunikativ: Menschen in diesem Alter sind es noch eher gewohnt, persönlich miteinander "face to face" zu kommunizieren. Anstatt 25 Chatnachrichten hin und herzusenden, wird lieber gerne zum Telefon gegriffen und Dinge werden direkt, anstatt asynchron, geklärt. Der zwischenmenschliche Kontakt ist ihnen wichtig, da sind sie kompetent.
  • Erfahren und pragmatisch: Viele Mitglieder der Generation X haben bereits beträchtliche Erfahrung im Berufsleben gesammelt und einige von ihnen haben Führungspositionen innegehabt. Sie scheuen sich nicht vor Verantwortung und sind häufig auch bereit, diese Führungspositionen anzunehmen bzw. hatten dies als berufliches Entwicklungsziel. Die Generation X ist dafür bekannt, pragmatisch zu sein und Lösungen zu finden, die praktisch umsetzbar sind. Sie bringen oft einen realistischen Blickwinkel in das Arbeits-Team ein und können dabei helfen, unrealistische Erwartungen zu vermeiden.
  • Unabhängigkeit und Effizienz: Generation X-Mitarbeitende schätzen ihre Unabhängigkeit und bevorzugen es oft, eigenständig zu arbeiten. Sie sind in der Regel selbstmotiviert und können gut eigenverantwortlich arbeiten. Sie sind bekannt für ihre effiziente Arbeitsweise. Sie setzen klare Ziele und arbeiten hart daran, diese zu erreichen. Sie bevorzugen es, Aufgaben schnell und effektiv zu erledigen.

Und ja, auch ich gehöre (natürlich) dieser Generation an. Wir sind die Generation X. Die Generation zwischen (da ist es wieder!) „Mach, was du willst“ und „aber sei um 18 Uhr zum Abendessen wieder da!“

Wir hatten keine Helikopter-Eltern. Wenn wir hingefallen sind, hieß es: „Steh auf, Dreck abklopfen, weitermachen.“. 

Wir hatten kein Smartphone – wir mussten uns Telefonnummern merken und wissen diese heute noch. Und wenn jemand nicht ans Telefon ging, war er eben nicht da. Keine Panik. Kein Standort-Tracking. Kein „Warum hast du meine Nachricht nicht gelesen?!“

Wir hatten keine Streamingdienste. Wir hatten drei Fernsehprogramme, Videorekorder und die heilige Kunst, rechtzeitig auf "REC" zu drücken, bevor der/die Radio-Moderator_in ins Lied quatschte.

Wir waren analog genug, um uns draußen zu verabreden (mit einem halben Dutzend Leute, an einem Treffpunkt, zu einer bestimmten Uhrzeit) – und sind digital genug, um heute das Internet nicht für Hexenwerk zu halten. Wir kennen noch Kassetten – und wissen trotzdem, was ein Podcast ist.

Wir haben gelernt: Nicht jede Meinung braucht einen Hashtag. Nicht jedes Problem braucht eine App. Und nicht jeder Konflikt braucht einen Shitstorm.

Wir können mit Technik umgehen und wissen ein Druckerproblem mit aus- und wieder einschalten zu beheben. Wir kennen Google – aber wir wissen noch, wie man selbst etwas herausfindet.

Wir sind die Generation, die gelernt hat, dass Langeweile kein psychisches Problem ist, dass man Dinge reparieren kann, dass man nicht immer gewinnen muss und dass „Nein“ gelegentlich ein vollständiger Satz ist.

Wir sind nicht die Ältesten. Nicht die Jüngsten. Wir sind die Übersetzungsschicht zwischen zwei Welten. Wir haben mit Wählscheiben telefoniert und heute mehr Rechenleistung in der Hosentasche als die NASA bei der Mondlandung.

Kurz gesagt: Wir wurden ohne Internet groß und haben es dennoch "überlebt". Generation X – zu jung für „Früher war alles besser“, zu alt für „Bro, das ist cringe“ und genau richtig für: „Komm, wir kriegen das schon irgendwie hin.“

Und: Wir sind die einzige Generation, die beim Nervenzusammenbruch sagt "Ich mach das noch schnell fertig!". 

Bild: KI-generiert

 

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